Inlandsstage bei Hengeler Mueller

Dr. Antonia Hösch ist seit 2014 Rechtsanwältin im Frank­furter Büro von Hengeler Mueller. Ihre Inlandsstage verbrachte sie in Berlin und lässt uns hier an ihren Erfahrungen teilhaben.

Inlandsstage - was ist das eigentlich?

Seit Januar 2014 bin ich als Anwältin im Bereich Dispute Resolution im Frankfurter Büro von Hengeler Mueller tätig. Teil des Karrierewegs bei Hengeler Mueller ist eine sechs­monatige Inlandsstage an einem der anderen nationalen Standorte. Diese stand im Jahr 2018 für mich an. Da mein Heimatbüro am Standort in Frankfurt ist, kamen für mich die Büros in Berlin, Düsseldorf und München in Frage. Gemeinsam mit meinem Tutor besprach ich die individuelle Gestaltung meiner Inlandsstage und beschäftigte mich unter anderem mit der Frage, ob ich während des Aufenthaltes meine Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Dispute Resolution ausbauen oder die Gelegenheit nutzen möchte, um ein ganz anderes Rechtsgebiet kennenzulernen. Nach reiflicher Überlegung kamen wir schließlich zu der Entscheidung, dass ich mit den Kolleginnen und Kollegen aus dem Dispute Resolution Team im Berliner Büro zusammenarbeiten würde.

Wie läuft die Inlandsstage ab?

Im August 2018 wechselte ich also vom Main an die Spree. Der organisatorische Aufwand war für mich gering, da mir die Kolleginnen aus dem Berliner HR-Team eine schöne möblierte Wohnung direkt an der Grenze der beliebten Stadtteile Mitte und Prenzlauer Berg in Radfahrdistanz zum Berliner Büro organisierten. Mein Arbeitsweg führte mich über die Museums­insel und den Bebelplatz bis zu unserem Büro nahe dem „schönsten Platz Berlins“, dem Gendarmenmarkt.

Um eine Zusammenarbeit mit den Berliner Kolleginnen und Kollegen in gemeinsam Projekten zu ermöglichen, übergab ich meine aktuellen Mandate großteils an meine Frankfurter Teammitglieder. An zwei Mandaten, die ich bereits seit langer Zeit betreute, arbeitete ich jedoch auch von Berlin aus weiter, um den Mandanten eine kontinuierliche Betreuung zu bieten und die Mandate bis zum Abschluss betreuen zu können. Im gleichen Maße wie mein Heimatbüro banden mich auch die Berliner Partner in neue spannende Mandate ein.

Und was ist jetzt in Berlin anders als in Frankfurt?

Es war für mich eine wertvolle Erfahrung, die Arbeitsweise der Kolleginnen und Kollegen im Berliner Büro kennenzulernen. Die Idee, mit möglichst vielen verschiedenen Anwalts­persönlichkeiten zusammenzuarbeiten, prägt den Karriereweg bei Hengeler Mueller. Auch wenn wir alle Teil einer Kanzlei mit einem gemeinsamen Anspruch an Arbeit auf höchstem Niveau sind, so hat doch jeder Anwalt andere Tätigkeits­schwerpunkte und unterschiedliche Herangehens­weisen an die Mandatsarbeit. Ich schätze die Möglichkeit sehr, von meinen Kolleginnen und Kollegen zu lernen und dadurch meinen eigenen Baukasten an Handlungs­möglichkeiten zu erweitern und mich in fachlicher sowie persönlicher Hinsicht weiterzuentwickeln.

Dank der Berliner Kolleginnen und Kollegen fiel es mir sehr leicht, mich in Büro und Stadt einzuleben. Sie versorgten mich stets ausgesprochen hilfsbereit mit Tipps zu den Besonder­heiten des Büros und zum Leben in der Hauptstadt. Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass einige Kollegen mir ihr Zuhause geöffnet und mich zum gemeinsamen Abendessen mit ihren Familien eingeladen haben.

Was bleibt?

Neben einem Berliner Bären im Miniatur­format, der als Abschieds­geschenk einen Ehrenplatz in meinem Frankfurter Büro erhalten hat, nehme ich nach einem halben Jahr viele positive Eindrücke, wertvolle Erfahrungen und willkommene Kontakte mit. Mein Netzwerk innerhalb der Kanzlei hat sich vergrößert und ich freue mich darauf, mit den Kolleginnen und Kollegen an standort­übergreifenden Mandaten weiter zusammenzuarbeiten. Antonia Hösch