Mandantensecondment – Verzahnung und Vernetzung

Dr. Deniz Tschammler ist seit 2013 Rechtsanwalt in unserem Düsseldorfer Büro. Vor kurzem hat er ein Secondment bei einer Mandantin absolviert.

Öffentliches Wirtschaftsrecht bei Hengeler Mueller – was sind die Besonderheiten?

Deniz Tschammler: Als Öffentlichrechtler sind wir hier Generalisten und Spezialisten zugleich. Unser Bereich ist eng mit den anderen Beratungsfeldern der Kanzlei verzahnt. Wir unterstützen regelmäßig in M&A-Projekten und in gesellschaftsrechtlichen Transaktionen, wenn dort öffentlich-rechtliche Fragen auftauchen. Auch die übrigen Tätigkeitsgebiete von Hengeler Mueller haben öffentlich-rechtliche Facetten, bei denen wir immer wieder mitwirken. Unsere Ausrichtung im öffentlichen Wirtschaftsrecht ist daher eher breit und trägt enorm zur Vernetzung innerhalb der Sozietät bei. Neben der transaktionsunterstützenden Tätigkeit hat unser öffentlich-rechtliches Stand-alone-Geschäft eine enorme Bedeutung; es bildet sogar den Schwerpunkt. Im Fokus stehen die allgemeine Compliance-Beratung (z.B. im Datenschutz- oder Außenwirtschaftsrecht) und die regulatorische Beratung in wichtigen Industriesektoren mit Schwerpunkten im Umwelt-, Energie-, Pharma-, Banken- und allgemeinen Wirtschaftsaufsichtsrecht. Jungen Anwälten ermöglicht dies eine gezielte fachliche Spezialisierung und zugleich die Schärfung des eigenen Anwaltsprofils.

Sie haben kürzlich ein Mandantensecondment absolviert. Wie kam es dazu?

Ich hatte im Rahmen meiner juristischen Ausbildung frühzeitig einen Schwerpunkt im Pharmarecht gesetzt und habe bereits vor meinem Berufseinstieg Praxiserfahrungen auf diesem Gebiet gesammelt. An diesen Weg knüpfe ich bei Hengeler Mueller mit einem Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich Healthcare und Life Science an. Die Gelegenheit zu einem Mandantensecondment ergab sich kürzlich im Rahmen einer komplexen Transaktion zwischen GlaxoSmithKline (GSK) und Novartis, bei der wir GSK gemeinsam mit Slaughter and May beraten. Für unsere Mandantin geht es nach Abschluss der Transaktion insbesondere darum, das von Novartis erworbene Impfstoffgeschäft umfassend in den eigenen Konzern zu integrieren. Die praktische Umsetzung dieser Prozesse habe ich für rund sechs Monate im Münchener Büro von GSK Deutschland begleitet.

Welche Erfahrungen aus dem Secondment haben Sie für Ihre Anwaltstätigkeit mitgenommen?

Für mich war es besonders spannend, in meiner rechtsberatenden Tätigkeit unmittelbar in die betrieblichen Abläufe eines Unternehmens eingebunden zu sein. Während die externe Beratung in aller Regel in einen Rechtsrat gegenüber der Führungsebene oder der Rechtsabteilung der Mandantin mündet, erhält man als Unternehmensjurist wertvolle Einblicke in die betrieblichen Strukturen und Prozesse. Bei GSK war ich laufend im Austausch mit sämtlichen Fachabteilungen, was mir einen guten Gesamtüberblick über die Funktionsweise, aber auch über die Bedürfnisse und Befindlichkeiten eines pharmazeutischen Unternehmens verschafft hat. Für die Beratung im Pharmasektor, der durch eine Vielzahl regulatorischer Besonderheiten gekennzeichnet ist, sind praxisnahe Erfahrungen und spezifische Marktkenntnisse unverzichtbar. Der Mehrwert für meine Tätigkeit als Anwalt ist deshalb groß.