China – Kontakte für die Zukunft

Dr. Annika Clauss ist Partnerin im Frankfurter Büro und Mitglied unseres „China Desk“. Vor einiger Zeit war sie für sechs Monate bei unserem Best Friend Slaughter and May in Hong Kong und Peking tätig.

Der Karriereweg bei Hengeler Mueller beinhaltet einen rund neunmonatigen Auslandsaufenthalt, üblicherweise im englischsprachigen Ausland. Sie waren in Hong Kong und Peking. Wie kam es dazu?

Annika Clauss: Wir arbeiten ja ohnehin sehr international, häufig zusammen mit den „Best Friends“. In unserer Mandatsarbeit hat China in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung gewonnen. Daher ist es für uns wichtig, auch vor Ort gut vernetzt zu sein. Einige unserer europäischen „Best Friends“, so auch Slaughter and May, haben seit 2009 ein Büro in Peking. Darüber hinaus haben wir gute Kontakte zu führenden chinesischen Kanzleien. Unser eigenes Büro in Shanghai, das Anfang 2014 eröffnet wurde, gab es zur Zeit meines Aufenthalts noch nicht. Durch meine Auslandsstage hatte ich die Gelegenheit, die Kollegen von unseren Partnerkanzleien in China besser kennenzulernen. Diese Kontakte sind auch nach meiner Rückkehr sehr hilfreich in meiner täglichen Arbeit.

Wieso haben Sie sich für China entschieden?

Nach China zu gehen, lag bei mir auf der Hand. Ich habe schon seit langem ein ausgeprägtes Interesse an China und neben Jura zusätzlich Sinologie studiert. Bei Hengeler Mueller habe ich durch die Arbeit im „China Desk“ die Gelegenheit, beides zu verbinden und neben meiner allgemeinen Corporate/M&A-Tätigkeit auch Mandate mit China-Bezug zu bearbeiten.Vor diesem Hintergrund war mir wichtig, auch Erfahrungen mit dem chinesischen Geschäftsleben vor Ort zu sammeln und eine Weile dort zu leben. Im Übrigen hat sich der chinesische Markt in den letzten Jahren sehr stark entwickelt. Wir sehen in Deutschland vermehrt Unternehmensakquisitionen durch chinesische Käufer. Wir wollen daher zum einen die Wünsche und Erwartungen der chinesischen Mandanten besser verstehen. Zum anderen muss man die chinesischen Besonderheiten im M&A-Prozess kennen, zum Beispiel Genehmigungsverfahren für chinesische Unternehmen bei Auslandsinvestitionen oder Unterschiede in der Verhandlungskultur. Umgekehrt orientieren sich auch unsere deutschen Mandanten immer mehr in Richtung China.

Wie lief die Stage ab? Welche Erfahrungen haben Sie dort gemacht?

Ich habe jeweils die Hälfte der Zeit in den Büros in Hong Kong und Peking von Slaughter and May verbracht. An beiden Orten bin ich sehr freundlich und offen von den Kollegen aufgenommen und ins Team integriert worden. Ähnlich wie bei Hengeler Mueller habe ich dabei mit verschiedenen Partnern auf ganz unterschiedlichen Mandaten zusammengearbeitet. Kulturell war es natürlich eine gewisse Umstellung. Das Geschäftsleben in China funktioniert teilweise nach anderen Regeln als im Westen. Es gibt zum Beispiel viele Unterschiede in der Kommunikationskultur. Zudem funktionieren Hierarchiestrukturen in China anders als in Deutschland. Meine Kollegen in China haben mir sehr geholfen, mich einzuleben.