New York at its best

Bianca Vogt ist Anwältin im Frankfurter Büro von Hengeler Mueller. Ihre einjährige Auslandsstage verbrachte sie bei einer befreundeten Kanzlei in New York. 

Nach etwa vier Jahren Anwaltstätigkeit erhält man bei Hengeler Mueller, vorausgesetzt man hat noch kein Masterprogramm absolviert, die Gelegenheit, zwischen neun und zwölf Monate im meist englischsprachigen Ausland bei einer befreundeten Kanzlei oder einem Mandanten zu verbringen. Diese Chance war für mich immer einer der Gründe, die für eine Karriere bei Hengeler Mueller sprechen. 

In meinem Fall begann das Auslandsjahr im März 2015. Der Zielort war New York City, die befreundete Kanzlei Cravath, Swaine & Moore. Für ein Jahr habe ich meine Tätigkeit im Frankfurter Büro von Hengeler Mueller getauscht gegen das Anwaltsein im Dispute Resolution Team von Cravath, den Blick auf Frankfurter Bürotürme und den Taunus gegen ein Büro mit freier Sicht auf den Hudson und die Statue of Liberty.

Kanzleialltag in New York City

Die Um- und Eingewöhnung in den neuen Kanzleialltag ging schnell. Das lag einerseits an den vielen Kollegen, die es einem leicht gemacht haben, sich als deutscher Anwalt im US-Recht zurecht zu finden. Andererseits ist es aber auch in den sehr guten und gewachsenen Beziehungen begründet, die Hengeler Mueller zu den befreundeten ausländischen Kanzleien unterhält. Unsere Arbeitsweise und unser Einsatz für Mandate und Mandanten sind häufig sehr ähnlich. Das macht es möglich, die über einige Jahre in der deutschen Praxis gesammelten Erfahrungen auch als "Foreign Associate" bei Cravath, Swaine & Moore einzubringen und zu nutzen.

Ich hatte die Möglichkeit, als gleichwertiges Teammitglied am Kanzleialltag teilzunehmen und neben vielfältigen praktischen Erfahrungen in der Beratungstätigkeit einer amerikanischen Großkanzlei auch theoretisches Wissen im US-Recht zu erwerben. Die New Yorker Anwälte müssen an regelmäßigen Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen und sogenannte "Credits" im "Continuing Legal Education Program" sammeln. Cravath bietet diese, kurz "CLE Sessions" genannten, Programme regelmäßig an und so hat man häufig die Gelegenheit, an Vorträgen zu unterschiedlichsten Themen teilzunehmen. Viele Veranstaltungen vermitteln Wissen, das auch in der deutschen Beratung gelegentlich eine Rolle spielt. Umfang und Schutz des "legal privilege" ist nur eins von vielen Beispielen.

Befreundete Partnerkanzleien: Best friends by nature

Ich habe während meiner Auslandsstage viele berufliche Kontakte und Freundschaften zu den US-Kollegen geschlossen. Darüber hinaus stärkt die Auslandsstage aber auch die Beziehungen zu unseren europäischen "Best Friends"-Kanzleien.

Bei Cravath arbeiten in der Regel zwischen fünf und zehn "Foreign Assoicates" aus unterschiedlichsten Ländern und Jurisdiktionen. Häufig sind einige Anwälte unserer befreundeten europäischen Kanzleien zeitgleich im New Yorker Cravath Büro. So fällt es leicht, Freundschaften etwa zu Kollegen von Slaughter and May, Bredin Prat oder Uría Menéndez zu knüpfen, die einen nach dem Auslandsjahr in den USA zurück nach Europa begleiten.

Die Stadt

Beschreibungen über New York City gibt es einige. Die Stadt bietet so viele Chancen und Möglichkeiten, dass ich keinen Bericht kenne, der New York umfassend und abschließend gerecht wird. New York beweist einem zu jeder Tages- und Nachtzeit, dass es sicher eine der aufregendsten, wenn nicht die aufregendste Stadt der Welt ist.

"We will always have New York" hat Wesley Stace einmal in einer Hommage an die Stadt gesungen. Für mich gilt das sicher. Es war, fachlich wie menschlich, ein herausragendes Jahr. Bianca Vogt