Corporate Breakfast – Fachwissen zum Frühstück

Sebastian Himmelseher war im Sommer 2015 Praktikant in unserem Düsseldorfer Büro. 

Das „Corporate Breakfast“ hat bei Hengeler Mueller Tradition: Bei Kaffee und Brötchen referieren verschiedene Partner oder Counsel über Praxiserfahrungen und geben einen Einblick in die Rechtsgebiete, die ihre tägliche Arbeit bestimmen.

„Es gibt verdammt viel Gouda in diesem Land“, sagte Christoph Stadler, Partner im Bereich Kartellrecht, während einem unserer „Corporate Breakfasts“. Dabei ging es gar nicht um den Käse auf dem Brot, sondern ums Kartellrecht. Ob Harzer Käse denn ein eigener Markt sei, war die Frage. Ob sich die Zielgruppe für Harzer Käse auch ersatzweise einfach für Gouda entscheiden würde. Eineinhalb Stunden lang gab es Diskussionen um marktbeherrschende Stellungen, um Marktabgrenzungen, immer wieder ergänzt durch den Sachvortrag von Herrn Stadler. Bereits seit 1998 ist er Partner bei Hengeler Mueller und als Kartellrechtsexperte Ansprechpartner für Mandanten und Kollegen für komplexe Fragen, von denen oft ganze Transaktionen abhängen.

Wie facettenreich sich diese Fragen gestalten, haben wir während des Vortrags erfahren. Denn um die zentralen Gesetze wie das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) überhaupt anwenden zu können, muss der Kartellrechtler zunächst eines tun: Wissen anhäufen. Nur mit umfassender Kenntnis des Produktes, seiner Herstellung, der Vermarktung und dem Kundenverhalten ist es möglich, bestimmte Marktabgrenzungen vornehmen zu können. So ist Christoph Stadler über die Jahre nicht nur zum Käseliebhaber geworden. Dieses Einarbeiten in verschiedene Materien macht das Kartellrecht so abwechslungsreich. Das Zusammenspiel aus Sachwissen, wirtschaftlichen Zusammenhängen und Recht kennzeichnet das Kartellrecht wie kaum ein anderes Rechtsgebiet.

Überraschend war beim „Corporate Breakfast“ aber nicht nur die Erkenntnis, dass sich einige unserer Mitpraktikanten erstaunlich gut mit der Herstellung und Zusammensetzung von Harzer Käse auskannten. Bemerkenswert war auch, wie viel Zeit sich jeder einzelne Partner für uns genommen hat. Die Themen waren vielfältig, von den Grundlagen des Gesellschaftsrechts über Umstrukturierungen bis hin zum Bewerbungstraining; das Kartellrecht rund um das Thema Käse natürlich nicht zu vergessen.

Eineinhalb Stunden Corporate Breakfast, ein oder sogar zwei Mal die Woche – quasi eine Vorlesung zum Frühstück, nur leichter zugänglich. Interaktiver, spannender, komprimierter. Sebastian Himmelseher