Fettnäpfchen und Global Leadership – Erfahrene Interkulturalität

Maximilian Kreßner absolvierte 2018 seine Anwaltsstation in unserem Berliner Büro. Hier berichtet er über seine Er­fahrungen bei unserem Workshop „Interkulturelle Kompetenz als Schlüssel zur modernen Arbeitswelt“.

Ein Workshop einer großen Wirtschaftskanzlei zum Thema Inter­kulturelle Kompetenz? Das sticht heraus, mein Interesse war sofort geweckt. Doch nur auf den ersten Blick scheint es ein ungewöhnliches Thema zu sein. In Zeiten grenz­über­schreitender Mandate und Arbeit in inter­nationalen Teams ist inter­kulturelle Kompetenz eine unverzichtbare Schlüssel­qualifikation für die anwaltliche Tätigkeit. Da ich bereits an einem Hengeler Mueller Praxis-Workshop zum Thema „Finance und Krisen­bewältigung“ teilgenommen hatte, wusste ich, dass auch dieses Mal vielseitige Einblicke und ein insgesamt spannender und interessanter Tag zu erwarten waren.

Los ging es an einem späten Freitag­vormittag im Frankfurter Büro. Bereits beim Eintreffen konnte man sich bei Erfrischungen und einer kleinen Stärkung mit den anderen Teilnehmenden bekannt machen, bevor dann die offizielle Begrüßung und Vorstellung aller begann. Das Teilnehmer­feld bestand dabei aus einer bunten Mischung von Studierenden, Referendaren, Assessoren und vielen Promovierenden aus allen Ecken der Bundes­republik. Eines verband jedoch alle: vielseitige Auslands­erfahrung und ein großes Interesse an anderen Kulturen.

Sitzordnungen

Den Anfang machte dann Johannes Adolff, Partner aus dem Frankfurter Büro, der seit geraumer Zeit das im Jahr 2014 in Shanghai eröffnete Büro auch vor Ort mit betreut. Hierbei berichtete er zunächst von den Hintergründen zur Eröffnung des Shanghaier Büros und den Zukunfts­chancen auf dem chinesischen Markt. Vor allem aber ließ er uns an den persönlichen Herausforderungen teilhaben, die sich beim Aufeinander­treffen verschiedener Kulturen insbesondere im geschäftlichen Bereich ergeben. Die mitunter sehr unterhaltsamen Ausführungen führten einem schnell vor Augen, dass auch ein gestandener Sozius nicht vor so einigen kulturellen Fettnäpfchen gefeit ist. So kann etwa ein eben noch heiterer Gesprächspartner von einem Moment auf den anderen für den Rest des Abends mit versteinerter Miene schweigen, weil man die subtilen Unterschiede in der auf Hierarchie und Feng Shui basierenden Sitzordnung unbewusst missachtete. Als Fazit bleibt: So sehr man sich auch auf einen Auslands­aufenthalt vorbereiten und einlesen kann, das Prinzip Versuch und Irrtum bleibt doch der effektivste Lehrmeister.

Im Anschluss an den ersten Block folgte das Mittagessen. Hier kamen zahlreiche Anwälte aus dem Büro hinzu, um sich mit den Workshop-Teilnehmenden in entspannter Atmosphäre auszutauschen. Die spannenden Ausführungen des Vormittags boten dabei einen hervorragenden Gesprächseinstieg.

... und Kulturtheorie

Die Hauptrollen am Nachmittag übernahmen dann Nicole Brandes, eine Expertin für Interkulturelles Management und Global Leadership und – das Format des Workshops ernstnehmend – auch die Teilnehmenden selbst. Ziel des Nachmittags war es, unser Bewusstsein für interkulturelle Fragen zu schärfen und Impulse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in einer multikulturellen Geschäftswelt zu erhalten. Nachdem Frau Brandes uns einen Einblick in kultur­theoretische Grundlagen gegeben hatte, ging es daran, in verschiedenen Gruppen­arbeiten und -spielen das soeben Erlernte umzusetzen, aber auch eigene Überlegungen dazu anzustellen, was etwa Kultur ausmache, was man unter einem Kulturschock verstehen könne oder wer sich eigentlich auf wen einstellen sollte, die Mehrheit oder der Neue, der Außenstehende.

Die verschiedenen interaktiven Tätigkeiten ließen einem dabei interessante Erfahrungen an eigenem Leib machen lassen und auch das ein oder andere Aha-Erlebnis haben. Hier möchte ich aber nicht zu viel verraten, für alle, die vielleicht auch einmal an diesem Workshop teilnehmen möchten.

Im Anschluss fand noch eine Frage- und Antwort-Session statt, in der die Teilnehmenden verschiedenste Fragen über Hengeler Mueller selbst, das Referendariat, den Berufs­einstieg oder auch zur Internationalität der Arbeit stellen konnten und ausführlich beantwortet bekamen.

Den Abschluss des „Arbeitstages“ stellte ein Rundgang durch die Büroräumlichkeiten vor Ort dar, bevor es in einem kurzen Spaziergang zum Hotel ging. Den Abend ließen wir in entspannter und lockerer Atmosphäre in einem Frankfurter Restaurant ausklingen, wo das HR Team, Associates und Partner bis spät in die Nacht für anregende Gespräche sorgten.

Fazit

Insgesamt war ich auch von diesem Workshop sehr begeistert. Ein solches Format bietet nach meiner Meinung eine hervorragende Möglichkeit, einen Einblick in die Kultur und das Selbst­verständnis von Hengeler Mueller zu bekommen, viele der Anwälte kennen­zulernen und auch interessante Einblicke in ein spannendes Thema zu erhalten. Auch trifft man mit den Teilnehmenden untereinander auf viele Gleich­gesinnte. Damit ist auch für viel Spannung und Spaß an solch einem langen Tag gesorgt. Maximilian Kreßner