Peter Dieterich über Teilzeit

Dr. Peter Dieterich ist Associate in Berlin. Er ist Vater eines Sohnes und arbeitet in Teilzeit.

„Jede Jeck is anders“ sagt man in meiner rheinischen Heimat. In meinen bisher knapp zwei Jahren bei Hengeler Mueller habe ich erlebt, dass dies glücklicherweise auch hier so gesehen und vor allem gelebt wird – jedenfalls in dem Umfang, den die Tätigkeit als Anwalt in einer Großkanzlei erlaubt.

Meine private Lebenssituation hat bereits mehrfach dazu geführt, dass ich „alternative Arbeitszeitmodelle“ ausprobiert habe.

Meine Frau arbeitet als Ärztin in einem Berliner Krankenhaus. In ihren Frühdienstwochen beginnt ihr Dienst bereits um 7 Uhr morgens. In dieser Zeit passe ich meinen Rhythmus an und beginne entsprechend früh in der Kanzlei. Dies erlaubt mir – nach entsprechender Kaffeezufuhr – nicht nur einen effektiven und ungestörten Start in den Arbeitstag, sondern auch einen früheren Feierabend, um noch gemeinsam Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Partner und Kollegen akzeptieren dies ohne weiteres und haben sich auf diese veränderte Anwesenheit eingestellt. Bei Hengeler Mueller gibt es weder offizielle Vorgaben zu Präsenzzeiten noch eine informelle „Facetime“. Der einzige Fokus liegt auf der Qualität der Arbeit.

Dennoch gibt es natürlich Tage, an denen dieser „Deal“ nicht aufgeht. Wenn es dringende Anfragen am Nachmittag gibt, ist ein früher Feierabend unter Verweis auf den zeitigen Arbeitsbeginn am Morgen manchmal nicht möglich. Hier muss man selber flexibel bleiben – angesichts der im Übrigen bestehenden Flexibilität bin ich hierzu jedoch gerne bereit.

Nach der Geburt unseres Sohnes im Sommer 2016 habe ich mich erneut entschlossen, meinen Beruf an die neuen privaten Herausforderungen anzupassen. Ich habe mit der Geburt einen Monat Elternzeit genommen und werde im Sommer 2017 noch einmal weitere zwei Monate Elternzeit nehmen. Zudem arbeite ich nun in Teilzeit (80 %), so dass ich stets freitags frei habe. Auch hier war das Miteinander bei Hengeler Mueller extrem kooperativ, so dass ich meine Vorstellungen ohne jede Diskussion verwirklichen konnte.

Ich bin mit dem gewählten Modell nach nun bald fünf Monaten Praxistest auch sehr zufrieden. Es erlaubt mir, trotz der zeitlichen Herausforderungen des Anwaltsberufs weiterhin auch zuhause „präsent“ zu sein und genügend Zeit mit der Familie zu verbringen. Dies ist meines Erachtens auch für den Arbeitgeber vorteilhaft: Nichts wirkt sich negativer auf die „Performance“ am Arbeitsplatz aus als die eigene Unzufriedenheit oder die Unzufriedenheit der Familie mit der Arbeitssituation. Aber auch hier ist erforderlich, dass man flexibel bleibt: Partner und Kollegen können noch so viel Rücksicht aufbringen – bei dringenden Angelegenheiten muss ich auf den freien Tag verzichten. Diesen „verliert“ man dann jedoch nicht, sondern holt ihn bei nächster Gelegenheit eben nach – und auch so ein „Vier-Tage-Wochenende“ hat seinen Reiz.

Bei Hengeler Mueller wird individuellen Lebens- und Freizeitentwürfen Rechnung getragen, ohne dass sich dies negativ auf Karriereaussichten oder das interne Standing auswirkt – meine bisherigen persönlichen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass das nicht nur auf dem Papier so ist, sondern tatsächlich gelebt wird. Wie bei so vielen Dingen gilt auch hier, dass man seine Wünsche offen und rechtzeitig kommunizieren sollte – ruhig auch bereits im Bewerbungsgespräch. Dann habe ich noch nie erlebt, dass dem nicht Rechnung getragen worden ist. Und man muss akzeptieren, dass der Anwaltsberuf bei allem Entgegenkommen von allen Seiten immer auch von einem selber ein gewisses Maß an Flexibilität verlangt. Peter Dieterich