Zusammenarbeit im Referendariat

Anna-Sophie Pues studierte Rechtswissenschaften in Köln und London (LL.B.) und absolvierte ihre Anwaltsstation in unserem Berliner Büro. Ihre Tutorin war Johanna Redlefsen, die seit 2017 bei uns als Anwältin arbeitet. Als Associate vertritt sie Unternehmen in Rechts­streitigkeiten vor staat­lichen Gerichten, in Schieds­verfahren und bei der außer­gerichtlichen Streitbeilegung und berät Mandanten in allen Bereichen des europäischen und deutschen Kartell­rechts, insbesondere in Kartellschadensersat­zverfahren. Hier berichten beide von ihrer Zusammenarbeit.

Anna-Sophie, welche Erwartungen hattest Du an Deine Anwaltsstation bei uns?

Anna-Sophie: Ich habe mir die Einbindung in ein Team erhofft und – da ich von dem Tutoren-System bei Hengeler wusste – mich auch auf die Zuordnung zu einem Tutor gefreut. Gerade diese direkte Zuordnung war ein Grund für meine Bewerbung, ebenso die Möglichkeit, als Teil des Teams an interessanten Mandaten mitwirken zu können. Für eine Bewerbung im Bereich Litigation habe ich mich entschieden, um im Referendariat Erlerntes in der Praxis anwenden zu können.

Und wie war das für Dich, Johanna? Anna-Sophie ist ja nicht Deine erste Referendarin. Was macht die gelungene Zusammenarbeit mit Referendaren aus?

Johanna: Ich freue mich, mit motivierten Referendaren zusammen zu arbeiten und bin froh über die Unterstützung. Im Gegenzug finde ich es wichtig, mir die Zeit für die Aus­bildung zu nehmen. Außerdem hilft es, wenn jemand mit einem frischen Blick auf den Sachverhalt schaut und neuen Input liefert. Das hat mit Anna-Sophie super geklappt. Sie hat große Eigeninitiative gezeigt und konnte nach kurzer Zeit schon antizipieren, was die nächsten Schritte sind. Für mich war das eine echte Entlastung und hat Spaß gemacht!

Johanna, wie bindest Du junge Kollegen (Referendare) konkret in Deine Mandate ein?

Johanna: Ich selber erinnere mich noch gut an meine eigene Referendarzeit und weiß daher, wie wichtig es ist, Referendare von Anfang an in die Mandatsarbeit einzubinden. Mir ist bei der Ausbildung wichtig, dass Referendare nicht nur einzelne Ausschnitte bearbeiten, sondern einen Gesamtüberblick über das Mandat erhalten. So macht die Arbeit mehr Spaß und die Referendare verstehen, wie wichtig ihr Beitrag zum Gesamt­erfolg ist und übernehmen eigene Verantwortung. Außerdem versuche ich, einen realistischen Einblick in meine eigene Arbeit zu vermitteln, damit ein/e Referendar/in nach Abschluss der Station für sich selber einschätzen kann, ob die Tätigkeit in einer Großkanzlei für ihn/sie in Frage kommt.

Anna-Sophie, haben sich Deine Erwartungen erfüllt?

Anna-Sophie: Die enge Zusammenarbeit mit Johanna, die mich von Anfang an in ihre spannenden Mandate eingebunden und alle meine Fragen beantwortet hat, hat meine Erwar­tungen sogar übertroffen. Von dem Austausch mit ihr und dem restlichen Litigation-Team habe ich sehr viel gelernt und vertiefte Einblicke in den Arbeitsalltag hochspezialisierter Juristen erhalten. Auch wurde mir sehr früh Verantwortung übertragen. Ich habe nicht geahnt, dass ich schon als Referen­darin bei Hengeler so auf Augenhöhe würde mit­arbeiten dürfen. Ich kann die Frage also mit einem klaren „Ja“ beantworten.

Was macht aus Eurer Sicht eine gute Feedback-Kultur aus?

Johanna: Ich bin der Meinung, dass Kommunikation grund­sätzlich sehr wichtig ist. Durch den täglichen Austausch entwickle ich mit der Zeit ein Gefühl dafür, welche Aufgaben am besten auf Referendare übertragen werden können. Mir ist es wichtig, schon den Arbeitsprozess zu begleiten, regelmäßige Rückmeldungen zu geben und als Ansprechpartnerin immer zur Verfügung zu stehen. Das erhöht auch den Lerneffekt für unsere Referendare und auch ich selber kann durch den Austausch und die Rückmeldungen immer wieder dazu lernen. Zudem versuche ich, auch nach Abschluss einer Aufgabe oder eines Projekts immer direkt Feedback zu geben. Ich hoffe, Du hast das auch so wahrgenommen, Anna-Sophie?

Anna-Sophie: Ja, nach meinem Gefühl habe ich durch unsere insgesamt sehr durchlässige Kommunikation zu jeder bearbeiteten Aufgabe eine Rückmeldung erhalten. Die Arbeitsschritte griffen regelmäßig so eng ineinander, dass ich unmittelbar erfahren habe, wie und wo mein Arbeitsergebnis verwendet wurde. Zu sehen, dass meine Arbeit zu dem Gesamtergebnis einen Beitrag geleistet hat, habe ich als sehr motivierend empfunden. Hemmungen nachzufragen hatte ich wegen der entspannten Arbeitsatmosphäre nie. Das ist einer der Hauptgründe dafür, dass ich in der Station so viel gelernt habe.

Was ist für Euch das Besondere an der Ausbildung „on the job“?

Johanna: Das Referendariat ermöglicht es, sich vor dem wirklichen Berufseinstieg praktisch auszuprobieren. Welche Aufgaben genau innerhalb der Station auf die jungen Kollegen zukommen, ist dabei unvorhersehbar. Gerade das macht für mich auch den Anwaltsberuf aus: die Fähigkeit, sich auf neue Situationen und Entwicklungen einzustellen.

Anna-Sophie: Die intensive Einbindung in ein Team von Praktikern bedeutet konkret, dass ich an tak­tischen Über­legungen Teil haben, dabei Besonder­heiten der Beratungs­praxis kennenlernen und gleichzeitig beobachten konnte, wie Mandate sich über die Zeit entwickeln - der Satz „Jeder Fall ist anders“ hat sich hier für mich mit Leben gefüllt.

Was fandet Ihr während der gemeinsamen Zeit besonders herausfordernd?

Anna-Sophie: Es gibt sicher typische Anfangsheraus­forderungen, wie das erste Zurechtfinden, sich die Namen und Gesichter zu merken und die Abläufe kennenzulernen. Das Tutoren-System hat diese ersten Herausforderungen aber sehr gut aufgefangen und mir mein „Ankommen“ erleichtert. Die hilfsbereite und zugewandte Art von Johanna hat mir vom ersten Tag an das Gefühl gegeben, mich immer an sie wenden zu können.

Johanna: Es gab nicht die eine besonders herausfordernde Situation. Für mich ist es eher eine Herausforderung, mir auch in intensiven Phasen die Zeit nehmen zu können, Arbeitsauf­träge und Abläufe in Ruhe zu erklären und Feedback zu geben.