Anders als Andere

Alexander Wellerdt war – zunächst promotions-, dann stationsbegleitend zu seinem Referendariat – wissenschaftlicher Mitarbeiter in unserem Düsseldorfer Büro. 

„Die Arbeitsatmosphäre in einer Wirtschaftskanzlei ist kompetitiv, die Unternehmenskultur ist steif und die Kollegen sind entweder spießig oder arrogant oder beides.“ Das waren die Kommentare, die ich von Kommilitonen und Kollegen mit auf den Weg bekommen habe, als ich im Januar 2015 als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Hengeler Mueller in Düsseldorf angefangen habe.

Ich hatte in fünf Studienjahren und zwei Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter noch keine so genannte Großkanzlei von innen gesehen. Also bin ich unvoreingenommen, aber auch neugierig bei Hengeler Mueller in den Arbeitsbereich Kartellrecht eingestiegen und den Kollegen begegnet. In eineinhalb Jahren – zunächst zum Abschluss meiner Dissertation, dann zur Überbrückung der Zeit zwischen Dissertation und Referendariat, nun stationsbegleitend als Referendar – habe ich an drei Standorten in Düsseldorf, Brüssel und Shanghai verschiedene Arbeitsbereiche und Kollegen kennengelernt, die mich überwiegend begeistert und vom Gegenteil überzeugt haben.

Warum Hengeler Mueller? Mehr Sein als Schein.

Meine ersten Eindrücke von Hengeler Mueller habe ich auf der Office Tour 2012 in Düsseldorf gewonnen. In drei Workshops konnte ich fachliche Einblicke und beim anschließenden Abendessen persönliche Eindrücke von den Themen und den Menschen gewinnen, die Hengeler Mueller verbinden. „Selbstbeweihräucherung“ und „Hochglanzdarstellungen“ waren Mangelware. Stattdessen wurden bescheiden, aber überzeugend die Möglichkeiten einer Tätigkeit bei Hengeler Mueller dargestellt. Diese ersten Eindrücke kann ich bis heute bestätigen. Ob Associate oder Partner – die Motivation und der Spaß an der Arbeit ist hoch. Alle leisten aus Leidenschaft und stehen kollegial zusammen, auch wenn es mal länger wird oder wenn es mal stressig ist.

Warum Kartellrecht? Ein Arbeitsbereich zum Anfassen und eine tolle Mannschaft.

In meinem Studium hatte ich bereits den Schwerpunktbereich Öffentliches Wirtschaftsrecht gewählt, den ich später durch ein Masterstudium im Kartell- und Regulierungsrecht vertieft habe. Deshalb war ich besonders daran interessiert, Einblicke in die Praxis des Arbeitsbereichs „Kartellrecht und Fusionskontrolle“ zu bekommen, was ich bis dahin nur aus der Theorie kannte. Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Die Vielzahl der Mandate eröffnete mir nicht nur einen Querschnitt durch das Kartellrecht, sondern auch spannende Einblicke in verwandte Arbeitsbereiche wie Compliance und Regulierungsrecht.

Das Beste an meiner Arbeit sind die Kollegen, denn die Kollegen im Bereich des Öffentlichen Rechts im Allgemeinen sowie im Kartellrecht im Besonderen sind eine sehr aufgeschlossene und junge Mannschaft, in der ich mich sehr wohl gefühlt habe, da sie Spaß an ihrer Arbeit haben. Es beginnt mit der Einführung in die Mandate durch die Partner, die Begleitung der Arbeit durch die Associates und die Abstimmung der Ergebnisse mit allen im Team, bei der ich mich immer als vollwertiges Mitglied gefühlt habe. Selten bin ich auf unumstößliche Ansichten, vielmehr bin ich auf die Bereitschaft, etwas immer wieder neu zu durchdenken, gestoßen. Fragen ist nicht unangenehm, sondern ausdrücklich erwünscht. So bin ich wirklich bei jeder Aufgabe motiviert, die beste Lösung zu finden, und zugleich nicht eingeschüchtert, meine Ideen und Argumente zu vertreten. Die Hierarchien sind in diesem Arbeitsbereich außer in der Signatur in der E-Mail nicht sichtbar. Die Umgangsformen waren immer sehr respektvoll und wertschätzend.

Woran arbeite ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter? An einem bunten Strauß an Themen.

Eines der spannendsten Mandate war die rechtliche Beratung eines Unternehmens, das mit anderen Wettbewerbern über viele Jahre in allen relevanten Märkten der Europäischen Union die Preise und die Einführung von Produktneuheiten abgestimmt hatte. Der Mandant hatte als Kronzeuge bei der Europäischen Kommission das Kartell aufgedeckt. Nach Abschluss der Ermittlungen hatte die Kommission ein Beschuldigungsschreiben (Statement of Objections) an die Kartellbeteiligten versandt. Im Anschluss daran wurde ein Team aus sechs Mitarbeitern von Hengeler Mueller aus Düsseldorf und Brüssel für zwei Wochen zur Europäischen Kommission zur Akteneinsicht zu Verteidigungszwecken geladen. Dabei saßen wir vom wissenschaftlichen Mitarbeiter bis zum Partner von morgens 9 Uhr bis abends 18 Uhr im Rahmen eines besonderen „Datenraum-Verfahrens“ in einem eher kleinen Zimmer bei der Europäischen Kommission. Wir haben Hunderte Seiten digitalisierter E-Mails, Besprechungsnotizen und Kalendereinträge gesichtet und ausgewertet, immer auf der Suche nach „der Nadel im Heuhaufen“ in der Kommissionsakte, um mögliche entlastende Informationen zu identifizieren. Das war eine besondere Erfahrung: fachlich konnte ich die Dimension europäischer Kartellverfahren erleben und menschlich war es eine sehr starke Gruppenerfahrung der Zusammenarbeit und des Zusammenhalts bei Hengeler Mueller. Im Anschluss daran konnte ich aktiv und selbständig an einer Stellungnahme zum Beschuldigungsschreiben der Europäischen Kommission mitarbeiten. Dieses Mandat dürfte sich im Anschluss an die zu erwartende Entscheidung der Kommission fortsetzen, und zwar mit Fragen des Kartellschadensersatzes. Rückblickend spiegelt dieses Mandat beispielhaft die gesamte Breite eines Kartellverfahrens im deutschen und europäischen Kartellrecht wider.

Wie sind die Arbeitsbedingungen als wissenschaftlicher Mitarbeiter? Individuell abgestimmt.

Nichts ist unmöglich! Das beschreibt die Möglichkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter, denn Arbeitstage, Arbeitszeiten und Mandatseinbindung können individuell abgestimmt werden. Neben meiner Dissertation konnte ich wochenweise (im Wechsel zwischen Kanzlei und Doktorarbeit), in der Zeit bis zum Beginn des Referendariats Vollzeit und begleitend zum Referendariat an einzelnen Wochentagen arbeiten. Insbesondere im Referendariat lassen sich die Arbeitstage spontan schieben, sollten diese mit Terminen der Arbeitsgemeinschaft oder bei Gericht kollidieren. Und der Feierabend, der für wissenschaftliche Mitarbeiter in der Regel gegen 19 Uhr beginnt, war auch fast immer gesichert.

In einem Satz

Spannende Mandate, anspruchsvolle Aufgaben, freundliche Kollegen und ein wirklich kollegiales Miteinander machen Hengeler Mueller zu einer empfehlenswerten Adresse für wissenschaftliche Mitarbeiter! Alexander Wellerdt