Ein Sommer in Düsseldorf bei Hengeler Mueller
Da saß ich nun im großzügig angelegten Konferenzraum, als Dr. Carsten Schapmann, Partner der Kanzlei Hengeler Mueller, und Kathrin Mayer, Personalreferentin, fragten, wie es uns bei dem Praktikum in der Düsseldorfer Kanzlei von Hengeler Mueller ergangen sei. Sechs Wochen Sommerpraktikum bei einer großen, international tätigen Wirtschaftskanzlei: Die Zeit war schnell vergangen. Nun hatten wir Zeit, alles noch einmal Revue passieren zu lassen:
Arbeit an internationalen Mandaten
Jeder der 19 aus ganz Deutschland angereisten Sommerpraktikanten war zwei Tutoren zugeteilt worden; einem Partner und einem Associate (Rechtsanwalt, der nicht Gesellschafter der Partnerschaft ist). Schnell stellte sich heraus, dass ich bei meiner Zuteilung Glück gehabt hatte (wobei ich nicht gehört habe, dass jemand „Pech“ hatte). Ich wurde sehr nett und offen aufgenommen. Schnell kannte ich die fünf modern eingerichteten Stockwerke des „Benrather Karree“, in denen Hengeler seine Räume hatte, und lernte die Arbeitsweise eines Wirtschaftsanwalts kennen. Während einige meiner Mitpraktikanten hauptsächlich in den sog. Randbereichen von Hengeler tätig waren (Kartellrecht, öffentliches Wirtschaftrecht, „grüner Bereich“), war ich wie der Großteil der Praktikanten im Bereich M&A (Unternehmensfusionen und Unternehmenskäufe) tätig. Meine Aufgaben waren vielfältig: Due Diligence, Mitarbeit bei der Erstellung von Unternehmenskaufverträgen, verschiedene Notizen zu juristischen Einzelfragen – kurz: Es wurde nie langweilig. Obwohl Hengeler schwerpunktmäßig deutsche Unternehmen berät, waren fast immer ausländische Mandanten oder Geschäftspartner beteiligt. Der größte Teil der Korrespondenz war deshalb auf Englisch. Ich hatte bereits vorher Praktika in kleineren Kanzleien absolviert, sodass ich es nun besonders interessant fand, eine andere Seite des Anwaltdaseins kennen zu lernen. Insbesondere hat mich an der Arbeit von Hengeler beeindruckt, mit welcher (wissenschaftlichen) Präzision bei der Arbeit vorgegangen wird. Zu komplexen Themen ist es auch einmal üblich, mehrere Tage an einer Notiz zu arbeiten und für die Erstellung eines (ersten) Diskussionsentwurfs für einen Unternehmenskaufvertrag sitzt ein Associate nicht selten mehrere Wochen am Schreibtisch.
Fortbildung
Der Wissenstand, was Fragen des Wirtschaftsrechts angeht, war innerhalb der Praktikanten sehr unterschiedlich. Glücklicherweise hatte ich bereits durch mein Schwerpunktstudium einiges in diesem Bereich gelernt, wovon ich bei der Arbeit profitieren konnte. Allein gelassen wurde aber bei Hengeler niemand. Jede Woche gab es zumindest eine Einführungsveranstaltung zu einem bestimmten Rechtsgebiet (z. B. Gesellschaftsrecht, Private Equity, Kartellrecht uvm.), dazu Kaffee, belegte Brötchen und frisch gebackene Croissants (sog. Corporate Breakfasts). Daneben wurden auch externe Vorträge angeboten und ich konnte den großen deutschen Juristen beim sog. Gesellschaftsrechtlichen Erfahrungsaustausch bei der Diskussion über aktuelle gesellschaftsrechtliche Probleme zuhören. Schließlich konnten wir das Erlernte in einer Fallstudie, einem fiktiven Unternehmenskauf, unter Beweis stellen.
Social Events
Nach eigenen Angaben wollte Hengeler mit dem regelmäßigen Abendprogramm nur den Startschuss zum gegenseitigen Kennenlernen der Praktikanten geben. Dabei ließ es Hengeler aber richtig krachen. Das dreiköpfige Team, das sich während der gesamten Zeit um den Ablauf des Praktikums kümmerte, hatte einiges auf die Beine gestellt: Golfschnupperkurs, Bootstour über den Rhein, Openair-Kino, Altstadttour (wobei der Schwerpunkt auf dem Düsseldorfer „Alt“ lag) und Grillen auf der Hengeler Dachterrasse über den Dächern von Düsseldorf sind nur einige der Events, die es aufzuzählen lohnt. Neben den bereits erwähnten Corporate Breakfasts gab es noch jeden Dienstag das sog. Juristenessen, wo sich Partner, Associates, Referendare und Praktikanten näher kennen lernen konnten. Wer wollte, konnte aber die überschüssigen Kalorien gleich wieder im kanzleieigenen Fitnessraum mit Blick auf die Düsseldorfer Skyline abtrainieren.
Fazit
Ich habe die Zeit in Düsseldorf sehr genossen. Nicht nur die Arbeit bei Hengeler hat mir viel Spaß gemacht. Mit den anderen Praktikanten habe ich einen wirklich schönen Sommer in Düsseldorf verbracht. Ich kann jedem nur empfehlen, sich für ein Sommerpraktikum bei Hengeler (in Düsseldorf, Frankfurt, Berlin, München oderBrüssel) zu bewerben. Im worst case verbringt man eine erlebnisreiche Zeit und weiß, dass der Beruf eines wirtschaftsberatenden Anwalts nichts für einen ist. Für mich weiß ich: Ich würde mich jederzeit wieder für Hengeler Mueller entscheiden.
Carl-Philipp Eberlein
Erfahrungsberichte:
Carl-Philipp Eberlein

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