Nicht aller Anfang ist schwer

Sehr beeindruckt von dem Kanzleigebäude in der Benrather Straße trafen wir am ersten Tag unseres Praktikums voller Erwartungen bei Hengeler ein.
In der Empfangshalle trafen wir bereits einige Mitpraktikanten. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und man gab uns das Gefühl, dass wir erwartet wurden und man sich für uns Zeit nehmen würde. Wir erhielten umfangreiches Informationsmaterial, das uns die Orientierung sehr erleichtert hat. Den ersten Tag verbrachten wir damit, die Kanzlei, die Bibliothek und die Kollegen kennen zu lernen. Sehr erleichtert wurde dies durch ein gemeinsames Mittagessen mit unseren Tutoren.
Später wurden wir in unsere Büros geführt, in denen wir in den nächsten Wochen ziemlich viel Zeit verbringen, aber auch sehr viel Spaß haben sollten. Wir saßen in der fünften Etage in Dreier- und Viererbüros. Jeder Arbeitsplatz war umfangreich mit allem ausgestattet, was wir benötigen könnten.
Unser besonderes Interesse weckte die Küche gegenüber unserer Büros, in der wir uns jederzeit mit Kaffe und kalten Getränken versorgen konnten.

Recherchieren, Analysieren, Resümieren

Während der gesamten vier Wochen haben wir die Arbeit bei Hengeler sehr schätzen gelernt. Jeder Praktikant hat mit einem Associate als Tutor und einem Partner als Ausbilder zusammen gearbeitet. Unsere Tutoren standen jederzeit als Ansprechpartner bereit und haben uns mit interessanten Einblicken in die Mandatsarbeit versorgt. Dabei haben wir beispielsweise an Schriftsätzen mitgearbeitet oder zu der von uns recherchierten Thematik Notizen verfasst. So haben wir einen Teil zur Mandatsarbeit beigetragen und hatten stets das Gefühl, unsere Ausbilder und Tutoren sinnvoll zu unterstützen. Trotz der hohen Arbeitsbelastung fand sich immer Zeit, uns die Mandatsarbeit näher zu bringen und vor allem auch Spaß an der Arbeit zu vermitteln. Bearbeitet haben wir überwiegend Fragestellungen aus dem Gesellschafts-, aber auch aus dem Kartellrecht. Es handelte sich also um Rechtsgebiete, mit denen wir in dieser Form in der Universität noch kaum Berührungspunkte hatten.
Dadurch haben wir sehr wertvolle Einblicke in die praktische Arbeit bekommen.

Kreativität gefragt

Die speziell für uns Praktikanten angebotene Fallstudie zum Unternehmenskauf war eine lohnende und auch hilfreiche Ergänzung zur Mandatsarbeit. Hier konnten wir uns nach einer Einführung ins Private M&A in kleinen Gruppen selbst an einer Due Diligence Prüfung versuchen. Insbesondere waren wir gefordert, Lösungsvorschläge für problematische Punkte zu entwickeln und diese in einer späteren Auswertung zu präsentieren. Diese Erfahrung vermittelte uns theoretische Grundkenntnisse und ermöglichte es uns, einen - wenn auch vereinfachten - Eindruck des praktischen Arbeitsablaufs bei Unternehmensakquisitionen zu erhalten. Auch hier wurde das bemerkenswerte Engagement seitens Hengeler, die vier Wochen für uns so lehrreich wie möglich zu gestalten, einmal mehr verdeutlicht.

Ein Tag in Mainhattan

Einen spannenden Einblick in die Praxis erhielten wir zudem durch den Besuch einer außerordentlichen Hauptversammlung in Frankfurt. Obgleich wir uns alle mit Kaffee versorgen mussten, um früh morgens den Weg in den ICE zu finden, waren wir uns hinterher einig, dass es sich gelohnt hatte. Wir konnten einen Blick ins Back Office werfen, den Ablauf einer Hauptversammlung live miterleben und nicht zuletzt die Rolle des Wirtschaftsanwalts bei einer solchen Veranstaltung näher kennen lernen. 

Mittendrin statt nur dabei

Während des gesamten Praktikums wurden wir so weit wie möglich ins Kanzleileben eingebunden. So durften wir z.B. dem einmal monatlich stattfindenden gesellschaftsrechtlichen Erfahrungsaustausch (GEA) beiwohnen. In dieser Videokonferenz mit dem Münchener Büro werden aktuelle Gesetzgebungsvorhaben sowie gesellschaftsrechtliche Problemstellungen diskutiert. Die im Kartellrecht eingesetzten Praktikanten konnten zudem am jour fixe, dem kartellrechtlichen Äquivalent des GEA, teilnehmen. Abgerundet wurde der fachliche Teil durch die berühmt-berüchtigten Corporate Breakfasts. Hier erhielten wir bei Kaffee, Croissants und belegten Brötchen lehrreiche wie auch spaßige Einführungen in die verschiedenen Rechtsgebiete der Kanzlei. So wurde uns das Kartellrecht beispielsweise in Form eines "Wer wird Millionär - Schadensersatz-Special" vorgestellt, welches das außerordentliche Engagement seitens Hengeler einmal mehr zum Ausdruck brachte.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Die gelungene Einbindung zeigte sich nicht zuletzt darin, dass uns noch bei der Einführung angeboten wurde, den kanzleieigenen Fitnessraum zu nutzen und wir Einladungen zu sämtlichen anstehenden Ausständen erhielten. Auch unserem Bowlingausflug wohnten diverse Anwälte und Referendare bei, wodurch sich reichlich Gelegenheit bot, die Anwälte näher kennen zu lernen und Antworten auf Fragen zur Studiumsplanung, den Staatsexamina sowie der Arbeit in einer Großkanzlei zu erhalten. Am Ende der vier Wochen wurden wir an der hauseigenen Bar, an der wir am ersten Abend bereits begrüßt worden waren, mit einer Cheese&Wine-Party verabschiedet, bei der vor allem unsere Tutoren die Gelegenheit nutzten, sich noch einmal in persönlicher Atmosphäre zu verabschieden.

Am letzten Tag merkte man deutlich, dass alle die Zeit sehr genossen hatten und eigentlich keiner der Praktikanten aufbrechen wollte. Durch die angenehme Arbeitsatmosphäre waren wir sehr gerne für einige Wochen ein Teil der Kanzlei und konnten mit neuer Motivation und vielen Anregungen in unseren Studienalltag zurückkehren. Zusammenfassend können wir uns daher nur noch einmal recht herzlich für die lehrreichen Einblicke und wertvollen Erfahrungen bedanken.

Bettina Schober / Sonja Slawik


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